DAA-Sprachunterricht in der Aschauer Grundschule

Der Kreis der Sprachhelfer hat veranlasst, dass den Flüchtlingen ein dreimonatiger professioneller Sprachkurs geboten wird. Der Kurs wird seit Ostern von der DAA (Deutsche Angestellten-Akademie) in der Preysing Grundschule durchgeführt und läuft täglich von 14 - 18 Uhr (Montag bis Freitag). 18 Teilnehmer haben sich angemeldet, bei weniger als 9 Teilnehmern wird der Kurs abgebrochen, es wird also von den Teilnehmern ein gewisses Durchhaltevermögen verlangt. Um nicht durch verschiedene Kurse bei den Lernenden Konfusion zu erzeugen, haben die Sprachhelfer während dieser Zeit ihre eigene Kurstätigkeit eingestellt, bieten aber an zwei Tagen vormittags Nachhilfe an. Die Kursteilnehmer haben die Möglichkeit, Fragen zum Unterricht zu stellen und Gelerntes zu wiederholen oder zu vertiefen, aber immer bezogen auf den Unterrichtstoff des Kurses. Erst nach Abschluss des DAA-Kurses nehmen die Sprachhelfer ihre normale Unterrichtstätigkeit wieder auf.

Am 4. Fastensonntag, den 26.03.2017, lud die Pfarrei „Darstellung des Herrn“ zum Fastensuppenessen ein. Verschiedene Gruppen der Pfarrei boten Suppen gegen eine kleine Spende an, der Erlös fließt einem sozialen Projekt zu.

Ein afganischer Junge hilft bei der Vorbereitung der FastensuppeFastensuppe 2017 im Aschauer Pfarrheim

 

Bereits zum 2. mal bereicherten unsere Flüchtlinge mit Spezialitäten aus ihrer Heimat das Suppenbuffet. Im letzten Jahr gab es von unseren afrikanischen Flüchtlingen „African Food“ – Gemüseeintopf mit Reis –, heuer kochten unsere afghanischen Flüchtlinge eine Bohnensuppe und boten ihr traditionelles Fladenbrot dazu an.

Die „Suppenköche“ aus der Kinderklinik bedanken sich für Ihren Besuch.

Kochen einer Bohnensuppe für das Fastensuppenessen 2017 in Aschau
Alle Kinder helfen bei der Vorbereitung der Suppe.

Unter Anleitung und Organisation von H. Josef Schlemer hat sich eine Trommelgruppe gebildet, die aus weiteren acht Mitgliedern, davon sieben Asylanten aus Afrika, besteht und die sich jeden Montag im kath. Pfarrheim zum Üben und gemeinsamen Trommeln trifft.

Am 23.3 hat H. Schlemer die Gruppe in die Orthopädische Kinderklinik eingeladen, um dort vor den Kindern der angegliederten Schule, den Kinderpatienten und zwei Klassen der Preysing Grundschule eine Stunde lang ihre Trommelkünste vorzuführen. Die neun Trommler brannten ein rythmisches Feuerwerk ab, das Jung und Alt unter den Zuhörern elektrisierte. Einer der Afrikaner zeigte, wie in seiner Heimat zu diesen Rhythmen getanzt wird. Nach einiger Zeit legten die Kinder ihre anfängliche Scheu ab und tanzten ebenfalls begeistert nach den afrikanischen Rhythmen. Es war schön zu sehen, wie die Gesichter der Kinder strahlten. Lang anhaltender Beifall belohnte die Trommelgruppe. Leider werden einige der Trommler Aschau wieder verlassen, sodass noch nicht klar ist, wie es mit dem Trommeln weitergeht.

Afrikanische Asylanten trommeln in der Aschauer Kinderklinik
Kinder und Erwachsene hören die Trommler begeistert zu.

Ein arbeitsreiches Jahr im Aschauer Helferkreis geht zu Ende, Zeit einen Rückblick zu halten.

Für über 50 Asylbewerber, die Anzahl veränderte sich öfter nach oben oder unten durch Verlegungen, wurde eine gut vernetzte Helferstruktur geschaffen. Deutschunterricht, 5 Tage die Woche, Wohngruppen- und Unterkunftsbetreuung, Helfer für alle denkbaren Hilfeleistungen wie Arztbesuche, Behördengänge, Schulanmeldungen, einfache Fahrradreparaturen und eine Kleiderkammer wurden auf die Beine gestellt. Über 30 Männer und Frauen wurden aktiv.

Was ist erreicht worden?

Fast alle jungen Männer und auch Frauen sind in berufsschulischen Maßnahmen untergebracht worden in den verschiedenen Institutionen wie Berufsschulen BS1, BS2, DAA und Kursangeboten der Agentur für Arbeit in Rosenheim, Wasserburg und BadAibling. Etliche Asylbewerber haben inzwischen in umliegenden Gewerbebetrieben Arbeit in Minijobs oder Festanstellungen gefunden und kommen ganz oder teilweise für ihren Lebensunterhalt auf . Auch konnten offene Lehrstellen besetzt werden und Praktikumsplätze wurden gefunden.

Es war nicht immer einfach!

Viele bürokratische Hürden wurden mit großem persönlichen Einsatz der Helfer überwunden. Oft mußte Fahrdienst geleistet werden z.B. von und nach Sachrang weil der Bus am Wochenende kaum oder in den Ferien nur einmal fährt. Oder zum Landratsamt um Bescheide zu klären. Und..und ..und.

Dank der Unterstützung durch die Gemeinde und der zahlreichen Spenden der Aschauer Bevölkerung konnte Unterrichtsmaterial angeschafft werden und viele kleinere und größere Bedürfnisse mit Sachspenden gestillt werden.

Allen Unterstützern und Helfern sei hierfür herzlich gedankt. Ohne ihre Hilfe hätten wir das nicht geschafft.

Am 21.11.2016 wurden uns aus Raubling ca. 40 Asylbewerber in die gerade fertiggestellte neue Unterkunft "Weißbräu" zugewiesen. Die Flüchtlinge waren alle Opfer eines Brandes ihrer bisherigen Unterkunft. Einige werden wieder nach Raubling zurück können, aber der größere Teil wird in Aschau bleiben. Diese Unterkunft wird nach und nach durch Zuweisungen über das Landratsamt belegt.

Somit sind derzeit ca. 90 Asylbewerber im Gemeindegebiet Aschau i.Chiemgau gemeldet.